Früher Aufbruch aus Baidi
Tang-Dynastie・Li Bai
Tang-Dynastie・Li Bai
Morgens nehme ich Abschied von Baidi in bunten Wolken; tausend Li nach Jiangling lege ich an einem Tag zurück.
两岸猿声啼不尽,轻舟已过万重山。 — Noch klingen von beiden Ufern die Rufe der Affen ohne Ende, da hat das leichte Boot schon unzählige Bergketten hinter sich gelassen.
Der Inhalt der Animation bleibt in der chinesischen Originalfassung.
Die Animation ist bereit.
Am Morgen verlasse ich Baidi, von bunten Wolken beschienen; das tausend Li entfernte Jiangling scheint in einem einzigen Tag erreichbar. Noch sind die Affenrufe an beiden Ufern nicht verstummt, da ist das leichte Boot schon an einer Bergkette nach der anderen vorbeigefahren.
朝: früher Morgen. 白帝城: die hoch gelegene Stadt Baidi im Gebiet des heutigen Fengjie in Chongqing. 江陵: das Gebiet des heutigen Jingzhou in Hubei. 还: zurückkehren. 千里、一日: tausend Li und ein Tag; der Gegensatz zwischen weiter Strecke und kurzer Zeit hebt die schnelle Fahrt flussabwärts hervor und sollte nicht als genaue Entfernungsangabe verstanden werden.
啼不尽:Die Rufe der Affen reißen nicht ab. 轻舟:Beschreibt sowohl die Leichtigkeit und Schnelligkeit des Bootes als auch die gelöste Stimmung des Reisenden. Für „啼不尽“ gibt es unter anderem die Textvariante „啼不住“. Diese Seite verwendet die gängige Fassung.
Einführung: Das Gedicht folgt einer morgendlichen Fahrt flussabwärts nach Osten und verdichtet die hoch gelegene Stadt mit bunten Wolken, die Affenrufe beider Ufer und die ununterbrochenen Bergketten in vier Versen. Mit dem leichten Boot vorwärtsgleitend erlebt der Leser, wie die Landschaft entgegenkommt und rasch zurückweicht; daraus entsteht ein heller, ungestümer Reiserhythmus.
Der Anfang setzt die Stadt Baidi zwischen farbige Wolken und zeigt damit sowohl ihre Höhenlage als auch den Glanz des Aufbruchs. Der zweite Vers stellt „千里“ – tausend Li – „一日“ – einem Tag – gegenüber und erzeugt eine starke Spannung zwischen Zeit und Entfernung.
Die letzten beiden Zeilen nennen die Geschwindigkeit des Bootes nicht unmittelbar, sondern zeigen sie dadurch, dass die Affenrufe noch nicht verklungen, die vielfachen Berge aber schon passiert sind. „已“ (schon) verbindet den noch im Ohr liegenden Klang mit dem längst in die Ferne gelangten Boot. Die beschwingte Stimmung und die Geschwindigkeit der Fahrt spiegeln einander.
Aus dem Gedicht, hinein in die Geschichte
Nach sechsundzwanzig Jahren als Treidlerin bezahlt Shen Niang endlich ihre Überfahrt und setzt sich in die Kajüte. Doch kaum legt das Boot ab, macht sie aus Gewohnheit einen Schritt zum Ufer. Ihre Tochter Ye Zhi hat ihr eine weiche Unterlage zurechtgelegt und hofft, vor Sonnenuntergang Jiangling zu erreichen, um für eine Jahreszeit eine bessere Arbeit in der Färberei anzunehmen. Unterwegs lädt der Schiffer noch eine Partie Wein zu. Das Boot läuft auf einer Sandzunge auf, und wieder wird ein langes Tau vor Shen Niangs Füße geworfen, als hätte sie nie jene Fahrkarte gekauft.
Lesen beginnenMit KI-Unterstützung verfasst · Figuren und Handlung sind erfunden