Pusaman · Erste Kälte, vom Wein benommen, Regen klopft ans Fenster
Qing-Dynastie・Nalan Xingde
Qing-Dynastie・Nalan Xingde
In neuer Kälte vom Wein benommen, Regen klopft ans Fenster; der letzte Duft steigt fein empor, herbstliche Gefühle. Kaum sage ich: Gräme dich nicht, da nässt schon eine Tränenspur das blaue Gewand.
Öde Langeweile lässt mich allein liegen; mit einem Fingerschnippen vergeht die schöne Zeit. Ich erinnere mich an den Abschied von dir: Pfirsichblüten und zehntausend Weidenfäden.
Der Inhalt der Animation bleibt in der chinesischen Originalfassung.
Die Animation ist bereit.
In der ersten Kälte bin ich vom Wein noch nicht ernüchtert, Regentropfen klopfen ans Fenster. Verbliebener Weihrauch zieht feine Spiralen, ganz erfüllt von herbstlicher Stimmung. Eben noch sage ich mir, ich solle nicht allzu traurig sein, da hat eine Tränenspur schon mein blaugrünes Gewand durchnässt.
Von allem gelangweilt kann ich nur allein daliegen; im Nu ist die Zeit vergangen. Noch erinnere ich mich an unseren Abschied: Die Pfirsichblüten standen offen, die Weiden ließen tausend Fäden des Frühlings herabhängen.
中(zhòng)酒: Zu viel trinken, betrunken sein. 袅: Dünner Rauch steigt kreisend auf. 伤神: Traurig sein. 青衫: Gewand; der Ausdruck weckt in der Dichtung leicht auch die Vorstellung tränenbenetzter Kleidung.
弹指: ein äußerst kurzer Augenblick, ein Fingerschnippen. 韶光: schöne Zeit. 伊: der Mensch, nach dem man sich sehnt. 桃花柳万丝: Pfirsichblüten und unzählige Weidenzweige fassen die Frühlingslandschaft beim Abschied zusammen.
Einführung zum Werk:Aus einer Szene einsamen Erwachens aus dem Weinrausch im Herbstregen blickt dieses Ci-Gedicht auf einen Abschied im Frühling zurück. Es erzählt keine vollständige Geschichte, sondern macht durch körperliche Kälte, Tränenspuren am Gewand und den Unterschied der Jahreszeiten spürbar, wie lange die Sehnsucht bereits anhält.
„才道“(kaum gesagt)geht unmittelbar in „湿一痕“(eine feuchte Spur)über: Noch ehe der Versuch der Selbsttröstung beendet ist, antworten schon die Tränen. Die kleine Bewegung wirkt stärker als allgemeine Worte über Trauer.
Der Schluss wendet sich unvermittelt einer leuchtenden Frühlingsszene mit Pfirsichblüten und Weiden zu und spiegelt damit den kalten Regen und den verbliebenen Duft des Anfangs. Der Frühling hat die Herbstschwermut nicht vertrieben, denn er existiert nur in der Erinnerung; je lebendiger die Vergangenheit erscheint, desto deutlicher wird die Leere des jetzigen einsamen Liegens.
Aus dem Gedicht, hinein in die Geschichte
Herbstregen klopft ans Fenster – doch der Rhythmus ist das geheime Zeichen ihres verstorbenen Mannes bei seiner nächtlichen Heimkehr. Die Gemälderestauratorin Luo Qing folgt dem Geräusch und packt einen Jungen, dem ein Finger fehlt. Er bittet nicht um Gnade, sondern nur darum, dass sie niemanden das 《寒汀图》 („Bild der kalten Uferbank“) von der Wand nehmen lässt. Jemand bietet dreihundert Liang dafür; auch sie hat einst am Tisch ihrem Mann die Tusche dafür angerieben. Der Junge deutet auf die fliegenden Vögel im Bild und erzählt von einem anderen Meister, der noch immer am Fluss Särge bemalt.
Lesen beginnenMit KI-Unterstützung verfasst · Figuren und Handlung sind erfunden