Niannujiao · Erinnerung an die Vergangenheit am Roten Felsen
Song-Dynastie・Su Shi
Song-Dynastie・Su Shi
Der große Strom zieht ostwärts, seine Wellen spülen sie alle fort, die großen Gestalten aller Zeiten.
故垒西边,人道是,三国周郎赤壁。 — Westlich der alten Befestigung liegt, so sagt man, der Rote Felsen des jungen Zhou aus der Zeit der Drei Reiche.
Zerklüftete Felsen durchstoßen den Himmel, wilde Wogen schlagen ans Ufer und wirbeln tausend Haufen Schnee empor.
Flüsse und Berge wie ein Gemälde,wie viele Helden gab es damals。
Ich denke an Gongjin damals: Xiao Qiao war eben seine Frau geworden, er stand in heldenhafter, strahlender Jugendkraft.
Mit Federfächer und seidenem Kopftuch — während er plaudert und lacht, zerfallen Masten und Ruder zu Asche und Rauch.
Im Geist durchstreife ich das alte Reich; über meine Gefühlsfülle mag man lachen, so früh ist mir das Haar ergraut.
Das Leben ist wie ein Traum; noch einen Becher spende ich dem Mond über dem Fluss.
Der Inhalt der Animation bleibt in der chinesischen Originalfassung.
Die Animation ist bereit.
Der Jangtse strömt nach Osten; seine Wellen scheinen die Helden aller Zeiten fortzuspülen. Westlich der alten Befestigungen liegt, so sagt man, die Rote Wand, an der Zhou Yu zur Zeit der Drei Reiche den Feind schlug. Steile Felsen ragen auf, gewaltige Wogen schlagen gegen die Ufer und wirbeln Gischt empor wie tausend Schneehaufen. Wie ein Gemälde ist diese Fluss- und Berglandschaft – und wie viele Helden brachte jene Zeit hervor!
In Gedanken sehe ich Gongjin in jungen Jahren: Xiao Qiao war eben seine Frau geworden, seine Erscheinung war heldenhaft, sein Geist voller Schwung. Mit Federfächer in der Hand und Seidentuch auf dem Kopf ließ er im Plaudern und Lachen die feindlichen Kriegsschiffe zu Asche und Rauch werden. Im Geist durchwandere ich diesen alten Ort und sollte wirklich über mich lachen, so gefühlvoll und schon früh ergraut. Das Leben gleicht einem Traum; so will ich einen Becher Wein ausgießen, dem hellen Mond über dem Fluss zum Opfer.
念奴娇: Name einer Ci-Melodie. 风流人物: Herausragende Persönlichkeiten. 故垒: Alte Befestigungen. 周郎、公瑾: Beides Bezeichnungen für Zhou Yu; Gongjin ist sein Höflichkeitsname. „人道是“ (man sagt, dies sei) bewahrt den Ton örtlicher Überlieferung. Die Roten Klippen bei Huangzhou dürfen nicht ohne Weiteres als das antike Schlachtfeld der Drei Reiche bestimmt werden.
千堆雪: „tausend Schneehaufen“ bezeichnet die Gischt, keinen Schneefall. 小乔初嫁: Das Bild der frisch vermählten Xiao Qiao betont Zhou Yus Jugend und Erfolg; es ist keine genaue chronologische Angabe zu ihrer Ehedauer im Jahr der Schlacht am Roten Felsen.
纶 (guān) 巾: ein Kopftuch aus Seidenbändern. 羽扇纶巾: Federfächer und Seidenkopftuch; dieses Ci schildert damit Zhou Yus Haltung als gebildeter Feldherr, nicht einen Auftritt Zhuge Liangs. 樯橹: Masten und Ruder, stellvertretend für Kriegsschiffe; eine andere Fassung hat „强虏“ („mächtige Feinde“).
故国: das alte Schlachtfeld, die historische Stätte. 华发: ergrautes Haar. 尊: Weingefäß, gleichbedeutend mit „樽“. 酹 (lèi): Wein als Opfergabe auf die Erde oder am Wasser ausgießen. In einer anderen Textfassung steht „人间“, Menschenwelt, statt „人生“, Menschenleben.
Einführung zum Werk: Su Shi schrieb dieses Ci-Gedicht im fünften Jahr der Ära Yuanfeng(1082), als er verbannt in Huangzhou lebte. Vom Aussichtspunkt am Flussufer versetzt er sich in Gedanken zu Zhou Yu zurück und kehrt dann zum eigenen Gefühl über sein früh ergrautes Haar zurück. Die historische Rückschau erzählt keinen Kriegsverlauf nach, sondern entfaltet ein Gespräch zwischen geschichtlichen Verdiensten und der persönlichen Lage.
Der große Strom eröffnet das Gedicht und lässt auch die Zeit zu Wasser werden, das unaufhörlich ostwärts fließt. Die gewaltige Bewegung schroffer Felsen, aufschreckender Wogen und schneeweißer Brandung bereitet den Auftritt des Helden vor. Zhou Yu aber siegt mit gelassenem „谈笑“, mit Reden und Lachen; Fülle und Schlichtheit heben einander hervor.
Mit dem Übergang von „遥想“ (in die Ferne zurückdenken) zu „笑我“ (über mich lachen) fällt der bewundernde Blick auf die Menschen der Vergangenheit plötzlich auf das eigene Ich zurück. Das abschließende Bild vom traumgleichen Leben enthält Enttäuschung, doch die Geste bleibt, dem Mond Wein darzubringen. Die Wehmut verschwindet nicht, sondern wird in die größere Weite von Fluss und Himmel eingebettet.
Aus dem Gedicht, hinein in die Geschichte
Siebenundachtzigmal hat A Deng für die Theaterbühne den Ostwind erzeugt, doch der Beifall gilt nie ihm. An der Chishi-Fähre soll der Brand der Kriegsschiffe aufgeführt werden. Der Bühnenleiter verspricht ihm, im Schlussbild eine Rüstung anzulegen, aufzutreten und zwei Verse der Siegesmeldung zu singen. Er weiß, dass die Passagierboote zu dicht liegen, bringt es aber nicht übers Herz, diese Gelegenheit aufzugeben. Bei Beginn der Vorstellung scheint der Mond hell über dem Fluss, das ganze Ufer wartet darauf, dass der Held seinen Fächer hebt – doch über dem Wasser dreht sich leise der Wind.
Lesen beginnenMit KI-Unterstützung verfasst · Figuren und Handlung sind erfunden