Übernachtung bei der alten Frau Xun am Fuß des Wusong-Berges
Tang-Dynastie・Li Bai
Tang-Dynastie・Li Bai
我宿五松下,寂寥无所欢。 — Ich übernachte am Fuß des Wusong-Berges, einsam und ohne jede Freude.
Hart ist die Herbstarbeit der Bauernfamilie; das Nachbarsmädchen stampft nachts in der Kälte Getreide.
Kniend reicht sie Wildreis dar, Mondlicht erhellt den schlichten weißen Teller.
Beschämt denke ich an die Wäscherin; dreimal danke ich und kann doch nicht essen.
Der Inhalt der Animation bleibt in der chinesischen Originalfassung.
Die Animation ist bereit.
Ich übernachte am Fuß des Wusong-Berges, einsam im Herzen und ohne Freude. Die Herbsternte verlangt den Bauern große Mühe ab; noch in der nächtlichen Kälte stampft die Nachbarin Reis. Kniend reicht mir der Gastgeber ehrerbietig eine Schale Wildreis, und das Mondlicht lässt den schlichten weißen Teller leuchten. Diese Bewirtung erinnert mich an die Wäscherin, die Han Xin half, und erfüllt mich mit Scham; immer wieder danke ich, so gerührt, dass ich kaum die Stäbchen ansetzen kann.
五松山: Berg Wusong im Gebiet des heutigen Tongling in Anhui. 荀媪(ǎo): eine alte Frau mit dem Familiennamen Xun. 秋作: herbstliche Feldarbeit. 舂: mit Stößel und Mörser die Hülsen vom Getreide entfernen.
跪进: kniend darbringen, eine alte Höflichkeitsgeste. 雕胡: Wildreis, die Samen einer Wasserpflanze. 素盘: ein schlicht gefärbter Teller.
漂母: eine alte Frau, die am Wasser Seidenfasern wusch und dem verarmten Han Xin zu essen gab. 三谢: wiederholt danken; „三“, drei, muss nicht als genaue Anzahl verstanden werden. 不能餐: vor Rührung und Scham kaum einen Bissen hinunterbringen.
Lesehinweis: Das Gedicht erzählt, wie Li Bai bei einer Bauernfamilie übernachtet und von einer alten Frau bewirtet wird. Trotz seiner Kürze zeigt es nacheinander die Einsamkeit des Reisenden, die Mühen der Feldarbeit und die Herzlichkeit der Gastgeberin. Die Anspielung auf die Wäscherin, die Han Xin einst speiste, verbindet eine einfache Mahlzeit mit Dankbarkeit und Selbstbesinnung.
„苦“ – „mühsam“ – und „寒“ – „kalt“ – zeigen zunächst, wie schwer das Getreide erwirtschaftet wird; erst danach folgt das Auftragen der Mahlzeit. Der Reis auf dem Teller ist daher zugleich Bewirtung des Gastes und Träger des Gewichts menschlicher Arbeit.
Das Bild des Mondlichts auf dem Teller ist schlicht und rein und entspricht den feierlichen Umgangsformen des Gastgebers. Am Ende rühmt der Dichter weder sein Talent noch seinen Ruhm, sondern schildert die Beschämung des Beschenkten. So mündet das Gefühl des ganzen Gedichts in die Achtung vor gewöhnlichen arbeitenden Menschen.
Aus dem Gedicht, hinein in die Geschichte
Von dem neuen Reis, den Shen Qiuniang oben auf dem Schrank für das Neujahrsfest aufbewahrt, fehlt eine Schale. Ihre Tochter A He sagt, sie habe die Schale Reis dem Lehrer gegeben, der die Brücke repariert, damit er ihr zeige, wie man ihren vollständigen Namen schreibt. Die Mutter nimmt die leere Schale und sucht ihn auf, doch an der Brücke findet sie nur Holzstücke, Hanfschnur und einen armen Lehrer, der einfach nicht mit der Arbeit beginnt. Die Herbsternte steht bevor, und eine Brücke wie auch ein paar Schriftzeichen werden für Mutter und Tochter zu einer Hürde, die sie innerlich nicht überwinden können.
Lesen beginnenMit KI-Unterstützung verfasst · Figuren und Handlung sind erfunden