An die Wand des Xilin-Tempels geschrieben
Song-Dynastie・Su Shi
Song-Dynastie・Su Shi
Von vorn ein langer Kamm, von der Seite ein Gipfel; aus der Ferne und Nähe, von oben und unten stets verschieden.
不识庐山真面目,只缘身在此山中。 — Das wahre Antlitz des Lushan erkenne ich nicht, allein weil ich mich mitten in diesem Berg befinde.
Der Inhalt der Animation bleibt in der chinesischen Originalfassung.
Die Animation ist bereit.
Von vorn betrachtet ist es ein zusammenhängender Gebirgszug, von der Seite ein hoch aufragender Gipfel; je nach Entfernung und Höhe zeigt sich ein anderer Anblick. Warum lässt sich das vollständige Antlitz des Lushan nicht erkennen? Nur weil man selbst mitten in diesen Bergen steht.
题: niederschreiben, als Inschrift verfassen. 西林: das Xilin-Kloster am Berg Lu. 横看: von vorn betrachten. 侧: von der Seite. 各不同: Je nach Standort der Betrachtung verändert sich auch die Gestalt des Berges.
真面目: die vollständige und wahre Gestalt. 只缘: allein deshalb, weil. 此山: der Berg Lu. Die Verse regen zum Nachdenken über den Blickwinkel an; sie besagen jedoch nicht, dass man außerhalb des Berges zwangsläufig die ganze Wahrheit erkennt.
Einführung zum Werk:Dieses vierzeilige Gedicht mit sieben Schriftzeichen je Vers entwickelt seine Überlegungen aus den wechselnden Ansichten bei einer Bergwanderung. Es schildert zunächst konkrete Seherfahrungen und zeigt anschließend, wie ein begrenzter Standort die Erkenntnis des Ganzen einschränkt. So wird das Landschaftserlebnis zu einer klaren, nachdenklich stimmenden Einsicht.
„横“ – „von vorn“ –, „侧“ – „von der Seite“ – und „远近高低“ – „fern und nah, hoch und tief“ – wechseln fortlaufend den Blickpunkt, sodass derselbe Berg unterschiedliche Gestalten annimmt. Das Gedicht urteilt nicht vorschnell darüber, welcher Anblick richtig sei, sondern macht die Unterschiede selbst zu einer Tatsache, über die nachzudenken lohnt.
Die letzten beiden Verse verschieben die Frage von der Gestalt des Berges zum Standort des Betrachters. „身在此山中“, selbst mitten in diesem Berg zu sein, beschreibt die tatsächliche Wanderung und erklärt zugleich die Grenzen der Erkenntnis. Der Gedanke wächst aus der Landschaft selbst und bleibt dadurch verständlich und konkret.
Aus dem Gedicht, hinein in die Geschichte
Shao Qing malt ein Geburtstagsporträt von Liao Sanniang und schafft am ersten Tag gerade ein halbes Ohr. Der Sohn möchte sie wohlgenährt und lebhaft sehen, die Tochter will die vom Leid gezeichneten Falten bewahren. Die alte Frau hat den Stuhl siebenmal versetzt und meint noch immer, sie sitze nicht richtig. Acht Liang Malerlohn würden die Schulden für die Farben decken, und die Frühlingsausstellung in der Stadt nimmt bald keine Arbeiten mehr an. Doch die alte Frau lädt sie ein, hinauszugehen und sich am Teestand am Westhang in aller Ruhe niederzulassen.
Lesen beginnenMit KI-Unterstützung verfasst · Figuren und Handlung sind erfunden