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Ich hebe den Kopf und schaue zum hellen Mond; ich senke den Kopf und denke an die Heimat.

Gedanken in stiller Nacht

Tang-Dynastie・Li Bai

Vor meinem Bett liegt heller Mondschein, als wäre es Reif auf dem Boden.

Ich hebe den Kopf und schaue zum hellen Mond, ich senke den Kopf und denke an die Heimat.

Poesie fließen lassen

Animation der Gedichtwelt

Der Inhalt der Animation bleibt in der chinesischen Originalfassung.

Die Animation ist bereit.

KI-Bildgestaltung

Übersetzung

Vor dem Bett liegt heller Mondschein; einen Augenblick lang scheint es, als sei der Boden mit einer Schicht Reif bedeckt. Ich hebe den Kopf und sehe den hellen Mond am Himmel; senke ich ihn wieder, denke ich an die ferne Heimat.

Anmerkungen

静夜思: Gedanken, die in einer stillen Nacht aufkommen. 疑: meinen, irrtümlich für etwas halten. 举头: den Kopf heben. 思: sich sehnen nach.

„霜“ (Reif) ist eine durch das Mondlicht hervorgerufene Täuschung; im Gedicht muss es nicht tatsächlich Reif gegeben haben. Worauf 床 konkret verweist, wird seit Langem unterschiedlich diskutiert. Beim Lesen muss man sich nicht auf eine bestimmte Raumgestaltung festlegen.

Diese Seite verwendet die verbreitete Fassung „床前明月光“ (vor dem Bett heller Mondschein) und „举头望明月“ (den Kopf heben und zum hellen Mond schauen). Song-Drucke und andere Fassungen haben abweichend „床前看月光“ (vor dem Bett den Mondschein betrachten) und „举头望山月“ (den Kopf heben und zum Mond über den Bergen schauen).

Vorstellung des Werks

Einführung zum Werk:Dieses vierzeilige Gedicht mit fünf Schriftzeichen je Vers führt vom nächtlichen Anblick des Mondes zum Heimweh. Es nennt weder Reiseroute noch Dauer der Abwesenheit, sondern verdichtet die Empfindung eines Augenblicks, sodass Leser in ganz unterschiedlichen Lebenslagen das Gefühl der Ferne von der Heimat nachempfinden können.

Interpretation

„疑“, „vermuten“, verleiht dem Anfang etwas noch nicht ganz Geklärtes. Die klare, weiße Färbung, die Mondlicht und Reif gemeinsam haben, vermittelt zugleich die Kühle der stillen Nacht. Der Dichter malt das Mondlicht nicht ausführlich aus, sondern lässt die Landschaft ganz von selbst Empfindungen wecken.

„举头“ („den Kopf heben“) und „低头“ („den Kopf senken“) bilden eine kleine Bewegung nach oben und unten und vollziehen zugleich den Übergang vom Mond vor den Augen zur Heimat im Herzen. Der Schluss erläutert die Sehnsucht nicht weiter; die schlichte, klare Sprache bewahrt einen langen emotionalen Nachklang.

Kommentare

Wird gesendet

Aus dem Gedicht, hinein in die Geschichte

Von Gedichten inspirierte Romane

Rätselgeschichte im Stil des alten China

Mondlicht am alten Brunnen

Chen Yan führt seit zwölf Jahren die Herberge. Als er zum ersten Mal jemanden aus seiner Heimat hört, hätte er ihm beinahe die ganze Zimmermiete erlassen. Gleich darauf kommen noch zwei Menschen, die ebenfalls den Namen des Städtchens Baijing nennen. Doch dieser Ort war schon im Jahr ihrer Flucht bis auf den Boden niedergebrannt. Mondlicht färbt den Gastraum weiß. Drei Menschen sprechen von demselben alten Heimatbrunnen: Einer sagt, er besitze einen Stammbaum, ein anderer erinnert sich nur an einen winterlichen Schatten.

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