Herbstgedanken
Song-Dynastie・Ouyang Xiu
Song-Dynastie・Ouyang Xiu
Sind die Gaben der Jahreszeit etwa nicht schön? Warum ist mein Herbstgemüt so düster!
Westwind über dem Markt mit seinen Weinfahnen,feiner Regen zur Zeit der Chrysanthemen。
Über die Weltläufte betrübt, beklage ich meine grauen Schläfen; beschämt verzehre ich Speisen für zehntausend Münzen.
鹿车何日驾,归去颍东田。 — Wann werde ich den kleinen Karren anspannen und zu den Feldern östlich des Ying zurückkehren?
Der Inhalt der Animation bleibt in der chinesischen Originalfassung.
Die Animation ist bereit.
Sind die jahreszeitlichen Erscheinungen des Herbstes denn nicht schön? Warum ist mir so düster zumute? Der Westwind bewegt die Weinfahnen auf dem Markt, feiner Regen fällt zur Zeit der Chrysanthemenblüte. Denke ich an die Weltläufte, betrübt mich das allmähliche Ergrauen meiner Schläfen; meine Wünsche habe ich nicht erfüllt und beziehe doch ein reichliches Gehalt – dafür schäme ich mich. Wann kann ich endlich einen kleinen Wagen nehmen und zu den Feldern östlich von Yingzhou zurückkehren?
节物:die mit den Jahreszeiten wechselnden Landschaftserscheinungen. 酒旗:Werbefahne einer Weinschenke. 感事:durch das Weltgeschehen bewegt werden.
包羞: Scham in sich tragen. 食万钱: Mit außerordentlich hohen Ausgaben für Speisen wird eine üppige Besoldung beschrieben; dies muss nicht als tatsächliche tägliche Ausgabe verstanden werden. 鹿车: Ein kleiner Wagen, den Menschen schieben oder ziehen können, kein von Hirschen gezogener Wagen.
颍东田: die Felder östlich von Yingzhou, das im Gebiet des heutigen Fuyang in Anhui lag.
Einführung zum Werk:Ouyang Xiu verbindet die Herbstlandschaft mit Gedanken über sein Beamtenleben und dem Wunsch, aufs Land zurückzukehren. Zu Beginn würdigt das Gedicht die Schönheit der Jahreszeit und fragt anschließend, warum die eigene Stimmung dennoch traurig ist. So bilden äußere Herbstfarben und innere Sorgen zwei miteinander verflochtene Linien.
Wirtshausfahne und Chrysanthemen sind nicht zwangsläufig Zeichen bitteren Leids; auch Westwind und feiner Regen tragen etwas vom Alltag in sich. Die Niedergeschlagenheit des Dichters entspringt „感事“, seiner Betroffenheit über die Geschehnisse, und nicht einfach dem Anblick des Herbstes.
Die letzten vier Verse führen vom weißen Haar zur Scham über den Amtslohn und schließlich zu einem kleinen Wagen, der die Heimkehr aufs Land ermöglichen könnte. Der konkrete Wunsch nach Rückkehr greift die abstrakte Selbstprüfung auf; so enthält das Ende sowohl Sehnsucht nach einem zurückgezogenen Leben als auch Wehmut darüber, dass dies noch nicht möglich ist.
Aus dem Gedicht, hinein in die Geschichte
Das Rücktrittsgesuch ist eingereicht, der kleine Handkarren schon beladen. Yu Heng möchte nur noch nach Dongtian zurückkehren, Gemüse anbauen und dem Regen lauschen. Doch beim letzten Dankesmahl für die Katastrophenhilfe vor seiner Abreise sind die achtzig Notleidenden durch einen Saal voller vornehmer Gäste ersetzt worden. Vor der Tür teilt ein Kind einen Fladen in drei Stücke, drinnen lobt man noch die Herbstkrabben. Zwanzig Jahre hat er das Verpflegungsamt geleitet und kennt die Abrechnung jedes Gerichts. Jetzt aber findet er keine Gästeliste, mit der er sie an die Tafel bitten könnte.
Lesen beginnenMit KI-Unterstützung verfasst · Figuren und Handlung sind erfunden