Pusaman · An den fernen Stufen des Wandelgangs wächst Herbstgras
Fünf Dynastien・Feng Yansi
Fünf Dynastien・Feng Yansi
An den fernen Stufen des Wandelgangs wächst Herbstgras, die Traumseele zieht tausend Meilen die Straße zum Grünen Tor entlang. Der Papagei beklagt die lange Nachtwache, vor dem jadegrünen Käfig liegt quer ein goldenes Schloss.
Hinter seidenem Vorhang stehe ich mitten in der Nacht auf; der frosthelle Mond ist klar wie Wasser. Jadetau formt sich nicht zu runden Tropfen, an der kostbaren Zheng zerreißt der Kummer die Saiten.
Der Inhalt der Animation bleibt in der chinesischen Originalfassung.
Die Animation ist bereit.
An den fernen Stufen des Wandelgangs wächst Herbstgras, die Traumseele folgt der Straße vor dem Grünen Tor bis tausend Meilen weit. Auch der Papagei scheint die langen Nachtwachen zu beklagen; quer vor dem jadegrünen Käfig liegt ein goldenes Schloss. Mitten in der Nacht erhebe ich mich hinter den seidenen Bettvorhängen und sehe nur das frostige Mondlicht, klar wie Wasser. Die schimmernden Tautropfen sind noch nicht rund geworden, doch an der kostbaren Zheng-Zither ist unter klagenden Tönen schon eine Saite gerissen.
砌: Stufen. 青门: ursprünglich das Osttor von Chang’an, später allgemein Stadttore und Wege des Abschieds. 长更: eine lange Nacht. 碧笼金锁: ein kunstvoller, fest verschlossener Vogelkäfig.
罗帏: seidener Bettvorhang. 霜月: kühles, reifgleiches Mondlicht. 玉露: kristallklarer Tau. „不成圆“, „nicht rund werden“, kann auch an eine unmögliche Wiedervereinigung denken lassen.
宝筝: eine kostbar verzierte Zheng-Zither. 断弦: „gerissene Saiten“; hier zunächst ein Bild für schmerzlich klingende Musik. Allein aus diesen beiden Zeichen lässt sich nicht schließen, dass vom Tod des Ehepartners die Rede ist.
Einführung: Feng Yansi schildert die nächtliche Sehnsucht nach einem fernen Menschen und stellt die wandernde Traumseele dem verschlossenen Vogelkäfig gegenüber. Die Gestalt des Ci möchte die räumliche Trennung überwinden und dem anderen begegnen, wird jedoch von den Vorhängen, dem goldenen Schloss und der langen Nacht ringsum immer wieder in die Wirklichkeit zurückgeführt.
Gras im Wandelgang zeigt die Verlassenheit eines Ortes, an dem lange niemand gegangen ist; der Weg zum Qingmen-Tor im Traum reicht hingegen tausend Li weit. Schon die ersten beiden Verse schaffen Spannung zwischen der stillstehenden Wohnstätte und dem in die Ferne wandernden Herzen.
Die zweite Strophe führt vom Traum ins Erwachen. Das Mondlicht ist klar, kann die Trauer aber nicht lösen. Nacheinander erscheinen ungerundeter Tau und eine gerissene Saite. Durch diese Gegenstände werden das ausgebliebene Wiedersehen und die Unmöglichkeit, den inneren Faden fortzuführen, spürbar, ohne dass alles einzeln erklärt werden muss.
Aus dem Gedicht, hinein in die Geschichte
Ein Papagei mit kahlem Schwanz ruft auf der Straße plötzlich jene Worte, mit denen A Qings ältere Schwester sie früher zum Reisbreiessen überredete. Sämtliche Vogelkäfige fallen A Qing aus den Händen. Vor sechs Jahren hat die Schwester geheiratet; ihre Schwiegerfamilie behauptete nur, sie sei mitsamt ihrer Mitgift unterwegs verschwunden. Seitdem gab es keine Nachricht mehr. Das Schildchen zur Vogellieferung führt zu dem tief im Anwesen gelegenen Haus der Familie Zhou. Herbstgras wächst aus den Ziegelfugen, hinter dem Fenster erklingt noch eine Zheng. A Qing ruft nach ihrer Schwester, und die Frau hinter dem Vorhang hebt den Kopf.
Lesen beginnenMit KI-Unterstützung verfasst · Figuren und Handlung sind erfunden