Roman über Handwerkskunst und gesellschaftliches Leben im Stil des alten China
Silvester bei anderen Leuten
Ku Wuji · Mit KI verfasst · 11999 Zeichen · ca. 11 Minuten
Das Neujahrsessen, zu dem Xu Tan einlud, fand am Fünften statt. In der letzten Nacht des alten Jahres, sagte sie, habe es am Südtor noch gezogen, die Arbeiter hätten die Ware bewacht, und sie hätten sich nie alle zusammen an den Tisch setzen können. Das neue Jahr werde sie schon noch wiedererkennen, wenn sie ein paar Tage zu spät feierten, also holten sie das Essen einfach nach. Wen Jichang wollte erst einwenden, dass das neue Lagerhaus noch nicht einmal eröffnet sei und man schon ein Festmahl veranstalte. Mitten im Satz sah er, wie zwei Arbeiter ihre mitgebrachten trockenen Fladen zum Herd trugen, um sie aufzuwärmen. Da schluckte er den Rest hinunter und ging selbst einen Tisch ausleihen, an dem sechs oder sieben Leute Platz hatten.
Gu Qing und ihre Großmutter hatten ursprünglich nur zugesagt, eine Schale Würzpaste mitzubringen. Als richtige Gäste wollten sie nicht gelten. Als Xu Tan das hörte, sagte sie, sie sollten nicht so viele Unterschiede machen. Wer zu Gast sei, setze sich. Wer helfen wolle, wasche sich zuerst die Hände. Das könne jede selbst entscheiden. Shen Su gab den Topf mit der Paste ab und ging tatsächlich gleich zur Küche, um zu fragen, ob es eine Arbeit gebe, die ihre Augen nicht anstrenge. Gu Qing sagte hastig, sie solle sich setzen und warten. Doch ihre Großmutter hatte schon eine Schüssel halb verlesenes Gemüse entgegengenommen und rückte einen Hocker ans Fenster, wo sie niemandem im Weg war.
Das Warenlager sah anders aus, als sie es sich vorgestellt hatte. Vorn stapelte sich Material, und hinten schliefen vorläufig die Gehilfen in einem Zimmer. Das andere diente halb als Wohnraum und halb als Lager für die neu eingetroffenen Warensäcke. Xu Tans Truhe war noch nicht ganz geöffnet. Auf dem Deckel lagen alte Kinderkleider, aus denen die Kinder herausgewachsen waren. Sie sollten aufgetrennt werden, um Porzellan darin einzuwickeln. Gu Qing war der Anblick unangenehm, und sie wollte ihr helfen, die Sachen ordentlich zusammenzufalten. Xu Tan sagte, sie solle sich die Mühe sparen, morgen müsse sie ohnehin wieder darin wühlen. Sie hob das oberste Kleidungsstück selbst hoch, fand eine geflickte Stelle und schnitt ein Stück Stoff heraus, das genau in ihre Handfläche passte.
„So einen schönen Saum schneidest du auch ab?“, fragte Gu Qing.
Xu Tan drehte den Stoff um und zeigte es ihr. Vorn sah die Farbe noch frisch aus, innen war er längst dünn gescheuert. Zum Neujahrsfest draußen aufgehängt sehe er ordentlich aus, sagte sie, aber wenn man eine Schale damit einwickle, reiße er bei der ersten Berührung. Man müsse wissen, wofür er noch gut sei. Gu Qing dachte an den Kragen der Jacke, die sie ihrer Großmutter gekauft hatte, lächelte ein wenig verlegen und stellte die Schalen aus grobem Ton hin. Von den sechs waren zwei anders groß als die übrigen. Xu Tan ließ sie stehen und sagte nur, sie sollten etwas weniger Suppe hineingeben, damit sich niemand beim Tragen die Hände verbrannte.
In der Küche stand der Rauch. Durch den noch nicht richtig hergerichteten Abzug zog er wieder herein. Wen Jichang bückte sich, um auf der anderen Seite einen Spalt zu stopfen, und als er den Kopf hob, war seine Stirn schwarz. Tante Chen kam mit einem Teller eingelegter Bohnen herein, sah ihn und lachte. Ein neues Tor habe der Herr Kaufmann sich schon machen lassen, aber sein Herd gehorche ihm immer noch nicht. Er wischte mit einem feuchten Tuch darüber, und je mehr er wischte, desto gleichmäßiger verteilte sich der Ruß. Schließlich sagte Xu Tan, er solle es gut sein lassen und sich erst einmal die Hände waschen, die Gäste stünden schon vor der Tür.
Gu Qing lachte ebenfalls. Danach merkte sie plötzlich, dass sie an diesem Tisch sitzen konnte, ohne sich dauernd zu fragen, wie viel sie über ihr Geschäft erzählen müsse, damit man sie ernst nahm. Shen Su putzte das Gemüse fertig, ließ das feine Messer liegen und sprach stattdessen mit einer leeren Schale in der Hand mit dem jungen Gehilfen Achun über den Süden. Achun war aus Nanpu heraufgekommen. Als die Alte ihn fragte, ob es in Heze noch die alte Fähre gebe, legte er zwei Essstäbchen auf die Tischecke, um ihr den Weg zu zeigen. Das eine war die Brücke, das andere das Ufer, an dem das Boot anlegte.
Shen Su sah aufmerksam zu. Als das Essstäbchen in der Mitte des Wassers lag, fragte sie, ob der Lotus dort noch immer so dicht stehe. Achun sagte ja. Manchmal höre man beim Warentransport am Ufer die Leute rufen, die die Lotuskapseln pflückten, könne sie aber vor lauter Blättern gar nicht sehen. Gu Qing hatte ihn schon bitten wollen, mit dem Zeigen aufzuhören. Die Schalen und Stäbchen standen noch nicht alle bereit. Dann sah sie, wie die Großmutter mit der leeren Schale in der Hand beim Zuhören ganz gerade saß, und griff nicht nach den beiden Stäbchen.
Wen Jichang kam herein, hörte den Namen Heze und fragte Tante Shen, ob sie früher dort gewesen sei. Die Großmutter zögerte kurz und sagte, dort sei es seit jeher so, nach dem Regen sei die Wasserfläche am weitesten. Achun nickte und erzählte weiter, wie er als Kind ein Lotusblatt hatte abbrechen wollen und seine Mutter ihm mit einem nassen Blatt auf den Handrücken geschlagen hatte. Alle lachten. Gu Qing lachte mit, wusste aber noch genau, was ihre Großmutter ihr gesagt hatte. Bis nach Jiangnan war sie nie wirklich gekommen, und selbst die Straßen von Nanpu kannte sie nur aus Erzählungen.
Sie fragte nicht gleich vor allen anderen nach. Als die Suppe kam, füllte sie zuerst die leere Schale ihrer Großmutter bis zur Hälfte und reichte sie ihr zurück. Shen Su nahm sie entgegen. Ihre Fingerspitzen hielten kurz am Schalenrand inne, dann senkte sie den Kopf und trank, als schlucke sie den eben gesagten Satz langsam mit der Suppe hinunter. Gu Qing bemerkte, dass die nicht ganz weiße Seidenblüte im Haar ihrer Großmutter ein wenig schief saß. Sie wollte sie zurechtrücken, griff aber bei so vielen Leuten am Tisch nicht gleich danach.
Mitten beim Essen kam ein älterer Cousin aus der Familie Wen. Er war auf keinen Platz am Tisch aus, sondern brachte ein kleines Päckchen frische Bambussprossen mit und entschuldigte sich zuerst bei allen für sein spätes Kommen. Wen Jichang bat ihn zur Tür. Die beiden wechselten ein paar Worte darüber, wann das Geld zurückgezahlt werde. Sie dämpften die Stimmen nicht eigens, sprachen aber auch nicht für die ganze Tafel. Beim Abräumen der Suppenschalen hörte Gu Qing, dass das alte Lager geräumt werden musste und am neuen Anwesen mehr auszubessern war als geschätzt. Das geliehene Kapital würde daher einen weiteren Monat gebunden bleiben.
Sie ging ein wenig langsamer. Wen Jichang hatte nach dem Kauf des Hauses keine weitere Kiste Geld, aus der er sich jederzeit bedienen konnte. Auch das Geld für Material aus Xu Tans früherem kleinen Laden war hier hineingeflossen, und nach Neujahr würden weitere Händler auf ihre Ware warten. Der Vetter seufzte und sagte, wenn er wirklich einen Teil des Innenhofs frei lasse, müsse er bedenken, dass ihm die freie Fläche kein Geld einbringe wie ein Stapel Jutesäcke. Wen Jichang warf einen Blick zurück auf den Pflaumenbaum und sagte, das wisse er. Die Sache sei abgemacht, jetzt werde sie nicht wieder aufgerollt.
Einen Augenblick lang wollte Gu Qing zu ihnen gehen und erklären, was sich unter dem Baum noch alles abstellen ließe. Es war, als müsste sie den Platz, den sie freigehalten hatte, ein wenig einträglich machen, damit sie nicht in der Schuld der Familie Wen zu stehen schien. Sie ging bis zur Tür und hielt wieder inne. Über dieses Geld hatten andere zu beraten. Sie musste nicht jedes Mal, wenn sie von einer Schwierigkeit hörte, die Lücke mit zwanzig Blumenzweigen füllen. Sie stapelte die leeren Schalen so, dass sie sicher standen, fragte Xu Tan zuerst nach dem Spülwasser und reckte den Kopf nicht mehr, um auch den nächsten Satz noch zu hören.
Nach dem Essen holte Achun ein kleines Stück Honigkuchen hervor, um es mit den anderen zu teilen. Er hatte es von zu Hause mitgebracht und es unterwegs nicht übers Herz gebracht, es zu essen. Jetzt war nur noch der harte Rand übrig. Wen Jichang sagte, wenn er so hart sei, brauche er sich nicht zu zwingen. Achun brach ihn trotzdem in mehrere Stücke und sagte lachend, auch hart schmecke er noch nach zu Hause. Gu Qing probierte einen Bissen. Zuckerkrümel blieben ihr an den Zähnen kleben. Sie dachte daran, wie gekränkt sie sich auf dem Westmarkt gefühlt hatte, als jemand nach dem Duft gefragt hatte. Manche Geschmäcker und Düfte konnte einem tatsächlich kein anderer ersetzen. Es ging dabei um mehr als den Preis einer Blume.
Sie sprach den Gedanken nicht aus. Die Großmutter weichte gerade das Stück hartes Gebäck in warmem Wasser ein. Wen Jichang fragte sie, ob es nach all den Jahrzehnten, in denen sie Blumen gemacht hatte, eine Sorte gebe, die besonders schwierig sei. Sie sagte, die Blütenmitte sei schwierig. Als junge Frau habe sie sie immer enger zusammenziehen wollen als die anderen, weil sie dachte, gerade daran zeige sich das Können. Dabei zerfiel eine Ecke des Gebäcks in ihrer Hand und löste sich im Wasser auf. Sie sammelte die Stückchen langsam mit dem Löffel ein und fügte hinzu, erst später habe sie verstanden, dass man manche Blumen nicht so fest zusammenziehen dürfe.
Xu Tan fragte lachend, ob sie die blauen Pflaumenblüten meine, die Gu Qing jetzt mache. Die Großmutter sah ihre Enkelin an und sagte, Xiaoman habe ihren Anteil daran, die Blüten seien nicht ganz von Gu Qing. Gu Qing wurde erst heiß im Gesicht. Dann fiel ihr ein, dass sie dasselbe schon Luo Yi gesagt hatte. Wenn sie jetzt nicht hören wollte, dass es jemand anderes wiederholte, wäre ihre Bemerkung bloß eine Höflichkeit für die Kundin gewesen. Sie erzählte von dem schiefen Flügel des Papiervogels, ohne Zhou Jiping zu erwähnen. Sie sagte nur, manche Leute könnten Dutzende Schirmgestelle gleichmäßig fertigen und bekämen doch keinen kleinen Vogel gefaltet. Am Tisch wurde wieder gelacht.
Tante Chen wollte zuerst gehen. Ihre Tochter kam am Sechsten nach Hause, und sie musste heute noch das Bettzeug in die Sonne legen. Gu Qing hatte sie bitten wollen, am nächsten Morgen wiederzukommen und der Großmutter beim Anprobieren der Jacke zu helfen. Als sie das hörte, schwieg sie. Shen Su verabredete sich von sich aus mit Tante Chen, in ein paar Tagen mit ihr an der Südbrücke Reis zu kaufen. Tante Chen wisse, wie man guten Reis auswähle, sie selbst könne bisher nur die Ecke des Sacks abtasten. Gu Qing wollte sagen, sie könne auch Reis kaufen, fragte dann aber, ob sie den kleinen Handwagen schieben solle. Die Großmutter schüttelte den Kopf. Sie wollten sich nur in der Nähe umsehen, sie müssten nicht jedes Mal für den ganzen Haushalt einkaufen.
Am Siebten gingen die beiden tatsächlich los. Gu Qing blieb zu Hause und fertigte Blumen. Zuerst genoss sie die Ruhe, später blickte sie alle paar Augenblicke in die Gasse. Ihre Großmutter kam mit einem kleinen Päckchen Trockenobst zurück und hatte nur ein halbes Dou Reis gekauft. Unterwegs habe sie jemanden von früher getroffen und ein wenig länger dagesessen. Erst als Gu Qing sah, wie sie Geld aus ihrer eigenen Kleidertasche zog, bemerkte sie, dass es nicht der Münzbeutel war, den sie zu Hause gewöhnlich benutzten. Die Stoffecken waren vom Alter blank, und auch der Knoten war anders gebunden als ihrer.
Sie wollte fragen, wie viel darin sei, fürchtete aber, es könne klingen, als kontrolliere sie jemanden, der heimlich Geld ausgegeben hatte. Also fragte sie nur, für wen das Trockenobst sei. Ihre Großmutter sagte, sie habe selbst Lust darauf gehabt. Gu Qing stutzte und schüttete das Obst dann in eine kleine Schale. Für ein bisschen Süßsaures brauchte es offenbar weder einen Gast noch einen Blumenauftrag, damit sich der Kauf lohnte. Sie kostete ein Stück und kniff vor Säure die Augen zusammen. Ihre Großmutter lachte wieder und fragte, wie jemand, der Blumen mache, so etwas nicht vertragen könne.
Erst am Abend des Neunten sprach Gu Qing den Lotussee an. Sie fragte, warum Shen Su bei Tisch so geklungen habe, als sei sie schon dort gewesen. Shen Sus Hand hielt auf dem Nähzeug inne. Sie sagte zunächst, die anderen hätten nur so nebenbei gefragt. Sie habe doch nicht erzählt, mit welchem Boot sie gefahren sei. Gu Qing wollte nachsetzen und fragen, warum sie es dann nicht offen gesagt habe. Da sah sie, dass ihre Großmutter die Blüte an der Schläfe abgenommen hatte und ihr Haar sich gelöst hatte. Plötzlich verstand sie, dass einem manche Worte auch im Alter schwerfielen. Nach Jahrzehnten der Arbeit gestand man deswegen noch lange nicht leicht ein, etwas nur vom Hörensagen zu kennen.
Shen Su erzählte langsam. Als sie jung war, hatte man sie gebeten, für eine Saison im Süden bei der Blumenherstellung auszuhelfen. Kost und Unterkunft wären gestellt worden. Der Tag der Abreise war schon in Sicht, da kam zu Hause jemand hinzu, um den sie sich kümmern musste. Später ergab sich noch einmal eine Gelegenheit, aber der Verdienst war gering und die Fahrt teuer, also dachte sie ans nächste Jahr. Sie zählte Gu Qing die Namen der Leute nicht einzeln auf und sagte auch nicht, jemand habe ihr das ganze Leben verdorben. Sie zeichnete nur mit der Fingerspitze ein breites Lotusblatt auf die Tischplatte und sagte, eine Blüte auf echtem Wasser sei wohl anders als eine aus Seide.
Gu Qing sagte, wenn das Geschäft in dieser Saison erst einmal auf sicheren Füßen stehe, nehme sie ihre Großmutter mit. Sie sprach rasch, als könne sie schon jeden Wen, den die Blumen nach Neujahr einbrächten, der Reihe nach für den Weg nach Heze zurücklegen. Shen Su antwortete nicht gleich und fragte, wer im fünften Monat die Arbeit mache und wer aufs Haus aufpasse. Dafür finde sich bestimmt eine Lösung, sagte Gu Qing. Die Großmutter lächelte kurz. Sie richtete sich dabei nicht so auf wie vorhin, als Achun vom Weg mitten durchs Wasser erzählte, sondern band nur ihr Nähzeug zu und sagte, es sei spät. Erst einmal sollten sie das Wasser in dieser Schüssel wegschütten.
Gu Qing ging hinaus, um das Wasser wegzugießen, und sah, dass jenseits der neuen Mauer wieder ein paar Pflaumenblüten gefallen waren. Mit dem Besen kehrte sie die nassen Blüten behutsam zusammen und blickte nach Süden. Weder den Fluss noch den Lotus konnte sie sehen. »Sobald das Geschäft sicher läuft« hatte drinnen so entschlossen geklungen. Draußen war der Satz wie ein noch nicht fertig umwickelter Zweig, dünn und lang, und fürs Erste wusste sie nicht, in welche Vase er gehörte.
· Ende des Kapitels ·
Dieses Buch ist ein mit KI-Unterstützung verfasstes Originalwerk, das Wang Anshis 《梅花》 (Pflaumenblüten) und die ursprüngliche Kurzgeschichte dieser Website 《不卖春风》 (Den Frühlingswind verkaufe ich nicht) erweitert. Figuren, Handelsgeschäfte, Geografie und Zeitrechnung sind erfunden; es handelt sich nicht um eine Biografie des Dichters. Die zentralen Entscheidungen der Vorlage bleiben erhalten: den Baum zu bewahren, die Duftlosigkeit der Seidenblumen und den gemeinsamen Besuch von Großmutter und Enkelin bei den Lotosblüten.
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