Der kleine Teich
Song-Dynastie・Yang Wanli
Song-Dynastie・Yang Wanli
泉眼无声惜细流,树阴照水爱晴柔。 — Lautlos hütet die Quelle ihren zarten Wasserlauf; der Baumschatten spiegelt sich im Wasser, als liebe er die milde Helligkeit.
Kaum zeigt das junge Lotosblatt seine spitze Ecke, da sitzt schon eine Libelle darauf.
Der Inhalt der Animation bleibt in der chinesischen Originalfassung.
Die Animation ist bereit.
Lautlos lässt die Quelle einen feinen Wasserfaden hervortreten, als wolle sie keinen Tropfen zu viel hergeben; der Baumschatten spiegelt sich im Wasser, als liebe er den sanften Glanz des sonnigen Tages. Kaum hat das kleine Lotosblatt eine spitze Ecke gezeigt, da ruht schon eine Libelle darauf.
泉眼: die Öffnung, aus der eine Quelle hervortritt. 惜: schonen, wertschätzen; hier wird die Quelle vermenschlicht. 照水: sich auf der Wasseroberfläche spiegeln. 晴柔: die sanfte Landschaft an einem klaren Tag.
小荷: ein junges, noch nicht vollständig entfaltetes Lotusblatt, keine bereits geöffnete Lotusblüte. 尖尖角: die hervortretende Spitze des eingerollten jungen Blattes. 上头: darauf, oben.
Einführung zum Werk: Yang Wanli lässt aus winzigen Einzelheiten am Teich eine vollständige Welt entstehen. Quellwasser, Baumschatten, junge Lotusblätter und eine Libelle treten nacheinander hervor und laden zum genauen Betrachten aus der Nähe ein. Das „Kleine“ im Titel bestimmt so auch den Maßstab der Beobachtung.
Die ersten beiden Verse geben der Natur mit „惜“ („behüten“) und „爱“ („lieben“) eine zärtliche Empfindung, sodass die stille Szenerie nicht verlassen wirkt. Die letzten beiden halten einen Augenblick des Wachsens fest: Das Lotusblatt hat sich noch nicht entfaltet, da ist die Libelle schon da.
„才“, gerade erst, und „早有“, schon ist da, bilden einen leichten zeitlichen Widerhall und verleihen einer winzigen Veränderung Frische. Das Gedicht braucht keine großartige Landschaft: Genaues Hinsehen im Alltag genügt, um Lebenskraft zu entdecken.
Aus dem Gedicht, hinein in die Geschichte
Kaum ist der bronzene Schlüssel zur Bewässerungsschleuse verschwunden, streiten die beiden Dörfer oberhalb und unterhalb des Kanals bis an den Brunnen. Die spät gesetzten Reispflanzen können keine drei Tage warten. A Jians Vater lebt im unteren Dorf, ihr Großvater mütterlicherseits im oberen. Die Erwachsenen sagen ihr, sie solle sich heraushalten, also geht sie wieder zu dem kleinen Teich, den sie so gut kennt. Nach einer regenlosen Nacht steht jedoch das erste Lotusblatt schief. Als sich eine blauschwänzige Libelle darauf niederlässt, sinkt auch die feine Hanfschnur unter Wasser; A Jian nimmt einen Grashalm und versucht die Schnur anzuheben, die hier nicht hingehört.
Lesen beginnenMit KI-Unterstützung verfasst · Figuren und Handlung sind erfunden