Beim Wein auf dem See, erst klar, dann Regen · Zweites Gedicht
Song-Dynastie・Su Shi
Song-Dynastie・Su Shi
Im Sonnenschein ist das glitzernde Wasser herrlich, im Regen sind die dunstverhangenen Berge ebenfalls wundersam.
Will man den Westsee mit Xishi vergleichen, so stehen ihm zarte Schminke und üppiger Putz stets gleichermaßen gut.
Der Inhalt der Animation bleibt in der chinesischen Originalfassung.
Die Animation ist bereit.
Bei schönem Wetter glitzern die Wellen des Westsees, und die Landschaft ist herrlich; beginnt es zu regnen, verschwimmen die fernen Berge im Wasserdunst und entfalten einen ganz eigenen Zauber.
Will man den Westsee mit der schönen Xishi vergleichen, so stehen ihm sowohl zarte Schminke als auch üppiger Schmuck gleichermaßen gut.
饮湖上: Auf dem See Wein trinken. 初晴后雨: Zunächst ist es klar, später regnet es. Dies ist das zweite Gedicht einer zweiteiligen Folge von Su Shi.
潋滟: das Flimmern und gegenseitige Aufleuchten von Wasserwellen. 方: gerade, genau. 晴方好: Bei klarem Wetter ist der Glanz des Sees gerade schön.
空蒙: im Dunst und Regen verschwommen, bald sichtbar, bald verborgen; in überlieferten Fassungen auch 空濛 geschrieben. 亦: auch. 奇: wundersam, von besonderem Reiz.
欲把: etwas zum Vergleich heranziehen wollen. In Band drei der „千家诗“, Gedichte von tausend Meistern, auf Wikisource steht hier 若把, wenn man zum Vergleich heranzöge. Dieser Eintrag verwendet 欲把, möchte zum Vergleich heranziehen, aus einer anderen überprüften Originaltextfassung einer Bildungsquelle; die Bedeutungen stimmen überein.
西子: Xi Shi, die berühmte Schönheit aus dem Staat Yue zur Zeit der Frühlings- und Herbstannalen. Hier dient die schöne Frau als Vergleich; es wird nicht berichtet, dass Xi Shi selbst den Westsee besucht habe.
淡妆浓抹: dezente oder kräftige Schminke; vergleicht die unterschiedlichen Reize von See und Bergen bei Sonnenschein und Regen. 总相宜: in jeder Gestaltung passend und harmonisch.
Einführung zum Werk: Beim Lesen dieses Gedichts kann man zunächst darauf achten, wie das Wetter den Blick auf See und Berge verändert. Bei Sonnenschein glänzen die Wellen deutlich, im Regen verschwimmen die fernen Berge; beide Erscheinungen konkurrieren nicht um einen einzigen Maßstab der Schönheit. Die zweite Hälfte vergleicht sie mit Xishis unterschiedlicher Schminke und verwandelt die sichtbare Veränderung in ein lebendiges ästhetisches Urteil. Gepriesen wird die natürliche Anmut des Westsees; erzählt wird keine Geschichte von einer Schönen, die den See besucht.
Der Anfang rückt das Licht auf dem Wasser ins Blickfeld; 潋滟 vermittelt den Eindruck kleiner, unablässig aufblitzender Reflexe. Die zweite Zeile lenkt den Blick auf die Berge, deren Umrisse durch 空蒙 vom deutlich Erkennbaren ins Nebelhafte übergehen. Das eine tritt durch Licht hervor, das andere verschwindet in Regen und Dunst. Sonnenschein und Regen sind damit mehr als eine im Titel genannte Wetterfolge: Sie erzeugen zwei sichtbare räumliche Qualitäten. 方好 (gerade schön) und 亦奇 (ebenfalls wundersam) sind gleichermaßen bejahend. Die zweite Zeile widerruft die erste nicht, und der Regen nimmt dem Betrachter nicht die Freude.
Beim Übergang zu Xizi ordnet der Vergleich nicht jedem Gegenstand ein Gegenstück zu, als müsse ein bestimmter Berg einer Augenbraue und ein bestimmter Wasserlauf einem Auge entsprechen. Er erfasst vielmehr die gesamte Anmut, die unabhängig vom Schmuck schön bleibt, und löst den Westsee damit aus einem einzelnen Augenblick und Landschaftsbild. Zart und kräftig stehen einander gegenüber; das Wort 总, stets, schließt beide Gegensätze ein und gibt dem Schluss zugleich Beweglichkeit und Weite. Leser können die lichte Anmut des Regens und den strahlenden Sonnenschein mit verschiedenen Arten von Schminke verbinden, ohne jeder Wetterlage eine feste Schminkweise zuordnen zu müssen. Der Reiz liegt darin, dass Wandel keinen Makel bedeutet und auch die Wertschätzung sich mit ihm erneuern kann. Dieses Empfinden wächst von selbst aus See und Bergen, ohne lange angefügte Belehrung.
Aus dem Gedicht, hinein in die Geschichte
Tante Qiu meint, ein Kennenlernen auf dem See sei am unkompliziertesten. Also tauscht sie den Abakus des Gastwirts Shen Zhao gegen einen Faltfächer und steckt Luo Ting, die für die Boote zuständig ist, in das Gewand einer vornehmen Dame. Beide möchten höflich bleiben, doch bei Qin und Go können sie einander nur antworten, sie verstünden ein wenig davon. Plötzlich ziehen feine Kräusel über den See, ein Regenschauer jagt auf das bemalte Ausflugsboot zu. Luo Ting behält das Bootstau im Blick, und in Shen Zhaos Speisekasten steckt noch ein Topf Lotossamensuppe, von der er nicht zu sagen wagt, dass er sie selbst gekocht hat.
Lesen beginnenMit KI-Unterstützung verfasst · Figuren und Handlung sind erfunden