Klassische Lyrik · Geschichten Vergessene Namen am Luo 酷无极-Textbibliothek
Geschichten in Gedichten
Vergessene Namen am Luo
Ku Wuji · Mit KI verfasst · Roman über Geisterwesen und Flüsse im Stil des alten China · Abgeschlossen · 38 Kapitel · 1 Aufruf
In der Dämmerung entdeckt Shen Mi auf den Steinstufen am Luo-Fluss den roten Schuh, den seine Schwester vor siebzehn Jahren verloren hat. Die Sohle ist noch warm, doch die Frau, die ihn bringt, steht auf der Schlammbank, ohne dass auch nur ein Tropfen ihren Gewandsaum berührt. Sie verspricht ihm eine Doppelstunde des Wiedersehens, sofern er zum alten Schleusenhaus zurückkehrt und ausspricht, was damals ungesagt blieb. Am anderen Ufer leuchten nach und nach die Fenster auf, und eine alte, vom Fluss verborgene Geschichte beginnt wieder menschliche Stimmen zu bekommen.
Dieses Buch ist ein mit KI-Unterstützung verfasstes Originalwerk und erweitert Cao Zhis 《洛神赋》 („Rhapsodie über die Göttin des Luo-Flusses“) sowie die ursprüngliche Kurzgeschichte dieser Website 《洛水不留人》 („Der Luo-Fluss hält niemanden fest“). Figuren, Zeitrechnung und Flussabschnitte sind frei erfunden; es handelt sich weder um eine Übertragung der Originalrhapsodie noch um eine Biografie des Dichters.
Der Ursprung der Geschichte
Zeit der Drei Reiche · Cao Zhi
黄初三年,余朝京师,还济洛川。古人有言,斯水之神,名曰宓妃。感宋玉对楚王神女之事,遂作斯赋,其词曰: Im dritten Jahr der Ära Huangchu kam ich zur Audienz in die Hauptstadt und überquerte auf der Rückreise den Luo. Die Alten sagten, die Gottheit dieses Flusses heiße Fufei. Angeregt durch Song Yus Erzählung gegenüber dem König von Chu über die Göttin verfasste ich diese Rhapsodie, deren Worte lauten:
余从京域,言归东藩,背伊阙,越轘辕,经通谷,陵景山。日既西倾,车殆马烦。尔乃税驾乎蘅皋,秣驷乎芝田,容与乎阳林,流眄乎洛川。于是精移神骇,忽焉思散。俯则未察,仰以殊观。睹一丽人,于岩之畔。乃援御者而告之曰:“尔有觌于彼者乎?彼何人斯,若此之艳也!”御者对曰:“臣闻河洛之神,名曰宓妃。然则君王所见,无乃是乎?其状若何,臣愿闻之。” Ich verließ das Gebiet der Hauptstadt und kehrte in mein östliches Lehen zurück. Ich ließ Yique hinter mir, überquerte Huanyuan, durchquerte Tonggu und bestieg den Jingshan. Die Sonne neigte sich bereits nach Westen, der Wagen war strapaziert, die Pferde waren müde. So hielt ich an der kräuterbewachsenen Uferhöhe, fütterte die vier Pferde auf dem Zhi-Feld, schlenderte durch Yanglin und ließ den Blick über den Luo schweifen. Da wurde mein Geist entrückt und erschüttert, plötzlich zerstreuten sich meine Gedanken. Beim Hinabblicken hatte ich nichts bemerkt, doch als ich aufsah, erblickte ich etwas Außergewöhnliches: eine schöne Frau am Felsenrand. Ich ergriff den Wagenlenker und sagte: „Hast du die Person dort gesehen? Wer ist sie, dass sie so wunderschön ist!“ Der Wagenlenker antwortete: „Ich habe gehört, die Gottheit des Luo heiße Fufei. Könnte diejenige, die Ihr seht, mein Fürst, nicht eben sie sein? Wie sieht sie aus? Ich würde es gern hören.“
余告之曰:其形也,翩若惊鸿,婉若游龙,荣曜秋菊,华茂春松。髣髴兮若轻云之蔽月,飘飖兮若流风之回雪。远而望之,皎若太阳升朝霞。迫而察之,灼若芙蕖出渌波。秾纤得衷,修短合度。肩若削成,腰如约素。延颈秀项,皓质呈露,芳泽无加,铅华弗御。云髻峨峨,修眉联娟,丹唇外朗,皓齿内鲜。明眸善睐,靥辅承权,瓌姿艳逸,仪静体闲。柔情绰态,媚于语言。奇服旷世,骨像应图。披罗衣之璀粲兮,珥瑶碧之华琚。戴金翠之首饰,缀明珠以耀躯。践远游之文履,曳雾绡之轻裾。微幽兰之芳蔼兮,步踟蹰于山隅。于是忽焉纵体,以遨以嬉。左倚采旄,右荫桂旗。攘皓腕于神浒兮,采湍濑之玄芝。 Ich sagte zu ihm: Ihre Gestalt ist leicht wie eine aufgeschreckte Wildgans, geschmeidig wie ein schwimmender Drache, strahlend wie Chrysanthemen im Herbst, prächtig wie Kiefern im Frühling. Schemenhaft gleicht sie zarten Wolken vor dem Mond, schwebend dem Schnee, den der Wind im Wirbel treibt. Von fern ist sie hell wie die Sonne, die aus dem Morgenrot aufsteigt; aus der Nähe leuchtet sie wie Lotusblüten über klaren Wellen. Fülle und Schlankheit sind ausgewogen, ihre Größe ist vollkommen bemessen. Die Schultern wirken wie geschnitzt, die Taille wie gebundene weiße Seide. Ihr langer, schöner Hals zeigt weiße Haut; weder duftendes Salböl noch Puder sind aufgetragen. Hoch wie Wolken türmt sich ihr Haar, lang und fein geschwungen sind die Brauen, frisch leuchten die roten Lippen und dahinter die weißen Zähne. Ihre hellen Augen blicken anmutig umher, unter den Wangenknochen liegen Grübchen. Ihre herrliche Gestalt ist von erlesener Schönheit, ihr Wesen still und gelassen. Sanft sind ihre Gefühle, anmutig ihre Haltung, bezaubernd ihre Worte. Ihr außergewöhnliches Gewand ist ohnegleichen, ihr Wuchs entspricht den Idealbildern. Sie trägt schimmernde Seide und Ohrschmuck aus kostbarer grüner Jade. Gold und Eisvogelschmuck zieren ihr Haupt, helle Perlen lassen ihren Leib erstrahlen. Gemusterte Yuanyou-Schuhe tragen ihre Schritte, der leichte Saum aus nebelzarter Seide schleift hinter ihr her. Ein feiner Orchideenduft geht von ihr aus, während sie am Bergrand langsam verweilt. Plötzlich bewegt sie sich frei und leicht, streift umher und spielt. Links lehnt sie an einem bunten Federbanner, rechts beschattet sie eine Fahne mit Zimtzweigen. Am göttlichen Ufer streckt sie ihre weißen Handgelenke aus und pflückt dunkle Zauberpilze an den Stromschnellen.
余情悦其淑美兮,心振荡而不怡。无良媒以接欢兮,托微波而通辞。愿诚素之先达兮,解玉佩以要之。嗟佳人之信修,羌习礼而明诗。抗琼珶以和予兮,指潜渊而为期。执眷眷之款实兮,惧斯灵之我欺。感交甫之弃言兮,怅犹豫而狐疑。收和颜而静志兮,申礼防以自持。 Mein Herz liebte ihre reine Schönheit und bebte ohne Ruhe. Kein guter Vermittler konnte uns verbinden, so vertraute ich meine Worte den kleinen Wellen an. Möge meine aufrichtige Zuneigung sie zuerst erreichen: Ich löste meinen Jadeanhänger und lud sie ein. Ach, wie wahrhaft schön sie war, bewandert in den Riten und kundig in den Liedern. Sie hob kostbare Jade als Antwort und deutete zur Verabredung in die tiefe Flut. Ich hielt an meiner innigen, aufrichtigen Liebe fest, fürchtete aber, die Göttin könnte mich täuschen. Ich dachte an das gebrochene Versprechen gegenüber Jiaofu und wurde wehmütig, zögernd und misstrauisch. Ich nahm mein freundliches Lächeln zurück, beruhigte meinen Willen und hielt mich durch die Schranken des Anstands im Zaum.
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